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ZREKVT 2011

Vorschau 1

Strukturierte Disputation

irrationaler Überzeugungen

Windy Dryden, Ph. D.

Goldsmiths University of London

Bis in jüngste Zeit ist in der REVT wenig darüber geschrieben worden, wie irrationale Überzeugungen im Detail disputiert werden sollten. Das ist überraschend, ist doch das Disputieren ein zentraler Teil des REVT-Prozesses. Zu den wenigen Ausnahmen gehört eine wichtige Veröffentlichung von Di Giuseppe (1991).

Der frühe Beitrag von DiGiuseppe (1991)

Di Giuseppe (1991) und seine studentischen Mitarbeiter haben viele Therapiebänder von Albert Ellis angehört und dabei besondere Beachtung den Phasen der Disputation geschenkt. Sie verfolgten das Ziel, eine verständliche Taxonomie der verschiedenen Elemente im Disputationsprozess zu erstellen:

Aus: Zeitschrift für Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie (2011), 22, S.2-17

Vorschau 2

Rational-emotive Erziehung als Sozialerziehung im schulischen Kontext: Effekte und Implementierung

Anna Haep & Gisela Steins

Universität Duisburg-Essen

Zusammenfassung:  Die Prinzipien der rational-emotiven Erziehung (REE), entwickelt innerhalb des theoretischen Rahmens der rational-emotiven Verhaltenstherapie (REVT), decken sich mit den Visionen von Bildung, die bereits 1809 von Wilhelm von Humboldt formuliert wurden. Wir untersuchten, ob REE als Unterrichtsfach einen positiven Einfluss auf das soziale Verhalten problematischer Jugendlicher ausübt und das Grundrecht von Menschenbildung realisieren helfen kann. Über einen Zeitraum von fünf Monaten wurden an einer Hauptschule, die in einem sozialen Brennpunkt einer deutschen Stadt liegt, Jugendliche einer siebten Klasse mit und in den Prinzipien der REE unterrichtet. und ein Curriculum entwickelt, mit dem ein ganzes Schuljahr lang vier Schulklassen unterrichtet wurden. Es wurde untersucht, welche Änderungen im Verhalten der Schüler und Schülerinnen ermittelt werden konnten. Eingesetzt wurden Befragungen der Schüler, Verhaltensbeobachtungen und standardisierte Tests. Die Ergebnisse zeigen, dass die Effekte der REE trotz widriger Umstände sichtbar sind, weisen aber deutlich auf noch zu bewältigende Herausforderungen bei der Implementierung der REE im schulischen Kontext hin.

Schlüsselwörter: Rational-emotive Erziehung (REE), Sozialerziehung in der Schule, Wirksamkeit der REE

Abstract:

The principles of rational-emotive education (REE), developed within the theoretical framework of rational-emotive behavior therapy (REBT) are consistent with the vision of education that have already been formulated in 1809 by Wilhelm von Humboldt. We investigated whether REE as a subject has a positive influence on the problematic behavior of young students and help them to gain a better general education. Over a period of 5 months, at a secondary school, situated in a deprived area of a German town, students of a seventh class (13-15 years old) are taught in the principles of REE with its principles. We developed a curriculum for an entire school year; with that four school classes were taught. The changes in the behaviour of the students were investigated. We used interviews with students, behavior observations and standardized tests. The results show that the effects of REE are visible, but implementing REE in the school context is still challenging.

Keywords: Rational-emotive education, social education in the school, evaluation of REE

Einleitung

In ihrer Darstellung einer Pilotstudie zu dem Projekt „Emotionale Erziehung in der Schule“ verweisen Haep und Steins (2011) auf Wilhelm von Humboldts Festschreibungen der Funktion von Schule als Bildung für alle. Dieser Auftrag beinhaltete die Erziehung zur Toleranz – Humboldt wollte allgemeine Menschenbildung. Darunter fasste er Bildung unabhängig von Herkunft und Beruf und in den grundlegenden Fähigkeiten. Zusammenfassend formuliert beinhaltete Humboldts Vision von Bildung die Vermittlung zentraler Normen, nach denen Menschen ihr Leben regulieren können und die Vermittlung des Bewusstseins, sein Leben über eigene Anstrengungen zu organisieren und sich zivil und kultiviert zu verhalten. Bildung soll gleichzeitig Kompetenz und Sittlichkeit vermitteln (von Humboldt, 1809). 200 Jahre später kann eindeutig konstatiert werden, dass Humboldts Vision eine solche geblieben ist.

Aus: Zeitschrift für Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie (2011), 22, S.18-37

Vorschau 3

Kriminologie, Etiketten und das erste europäische „Summer Training“ 1979

 

Ein Interview mit Dieter Schwartz

zur Geschichte der REVT in Deutschland

Nils Spitzer, ZREKVT

ZREKVT: Was war überhaupt dein erster Kontakt mit psychotherapeutischen Theorien, Dieter?

DS: Das war in den Jahren 68/70, in der sogenannten „68er-Zeit“. In meinen späten Zwanzigern. Ich habe ja zuerst Jura studiert und danach erst Psychologie. Zuerst ist es mit Freud losgegangen - ich hatte mir damals zu Weihnachten die große zehnbändige Freud-Ausgabe gewünscht – und dann auch ein wenig Adler, aber nicht so intensiv. Recht intensiv jedoch in der politischen Zeit damals Wilhelm Reich, ich las Einbruch der Sexualmoral, Massenpsychologie des Faschismus, Der triebhafte Charakter und das berühmte Die Funktion des Orgasmus. (Schmunzeln) Ich war ziemlich fasziniert damals von Reich. Ganz interessant, wie Ellis später ziemlich auf Reich geschimpft hat, da gab es z.B. einen Eklat bei einem Podiumsgespräch auf der Hamburger Evolution of Psychotherapy-Konferenz (1994), weil Ellis Reich als „crazy“ bezeichnete und Alexander Lowen beleidigt vom Podium ging und 10 Minuten streikte, bevor er wieder aufs Podium kam.

Aus: Zeitschrift für Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie (2011), 22, S.38-51

 

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